Sicherheit bei der Haltung von Pferden
Auf einer Reitanlage lässt sich mittlerweile immer mehr durch optimale Sicherheits-Features optimieren. Dies beginnt bei sicheren Boxentüren, Riegeln, Anbinde-Vorrichtungen, optimalen Böden, Zäunen und der Überwachung und Automatisierung zwischen Box, Halle, Reitplatz und Weide.
Sicherheit auf der Reitanlage beginnt bei kleinen Dingen: Herumliegende Anbindestricke, Decken, Kabel, Putzboxen und aller möglicher Kram haben weder auf der Stallgasse noch sonst irgendwo etwas zu suchen! Auch sollte der Kontakt auf der Stallgasse immer respektvoll anderen gegenüber ablaufen. Wer nicht nur den eigenen Blickwinkel, sondern zusätzlich den seiner Mitmenschen verinnerlicht, hat schon viel gewonnen.
Vieles kann der Pferdehalter auch durch die richtige Haltung beeinflussen. Das beginnt schon beim Auslauf und Weidegang. Wer sein Pferd täglich zu jeder Jahreszeit auf die Weide oder einen größeren Auslauf lässt, steigert nicht nur die Immunabwehr, er sorgt zudem dafür, dass Stressspitzen verringert werden. Freier Auslauf tut der Psyche des Pferdes gut. Spitzenreiterin und Ausbilderin Uta Gräf betont: „Auf der Weide oder im Offenstall spielen die Pferde miteinander, tragen dabei ihre Machtspielchen schon untereinander aus, die große Gruppe hilft, dass sie den Umgang miteinander lernen. Viele andere Reiter müssen beim Reiten erst ihre persönlichen Machtkämpfe mit den Pferden austragen – dem wirkt solch ein gesundes soziales Gefüge und regelmäßig Zeit zum ‚Pferd sein‘ entgegen.“
Damit es im Stall nicht zu Unfällen kommt und vor allem die Sicherheit fürs Pferd immer geboten ist, sollte auf den Bodenbelag ein großes Augenmerk gerichtet werden. Wichtige Faktoren sind Trittfestigkeit, geringe Geräuschkulisse, Rutschsicherheit, gute Reinigungseigenschaften, zufriedenstellende Bodenisolierung und nicht zuletzt Elastizität. Empfehlenswert sind Kunststoffbeläge in Matten- und Pflasterform. Am Putzplatz ist eine geeignete Unterlage ebenfalls Pflicht. Der Boden muss auch bei Nässe rutschfest bleiben.
Ein besonderes Augenmerk im Stall sollte zudem auf die Instandhaltung gelegt werden. Wer irgendwo marode Stellen an Boxen, der Stallgasse, Fenstern oder technischen Anlagen bemerkt, sollte diese sofort an die Verantwortlichen übermitteln. Besonders im Fokus steht die Elektrik. Die Stallbeleuchtung ist regelmäßig zu kontrollieren. So stellen verstaubte Lampen ein Risiko für Überhitzung dar. Treibstoff, Öl, Batterien, Farben und Lacke sollten immer in geeigneten feuerfesten Schränken aufbewahrt werden und keinesfalls in der Nähe von Zündquellen stehengelassen werden. Alle Fahrzeuge und sonstigen Maschinen sollten niemals länger in unmittelbarer Nähe zu entzündlichen Materialien, Heu oder Stroh abgestellt werden. Vielen Betreibern ist nicht bekannt, dass elektrische Geräte regelmäßig begutachtet werden müssen. Alle zwei Jahre ist ein sogenannter ‚E-Check‘ für Reitbetriebe verpflichtend.